Guck dich doch mal an. Wie du wieder aussiehst. Wo kommst du überhaupt her? Immer Geheimnisse, was? Benehmen – Glücksache. Glaubst du eigentlich, irgendwer schenkt dir was im Leben. Da träumst du wohl von. So wie du immer aussiehst. Guck dich doch mal an. So wie du dich immer anstellst. Du bist wie dein Vater. Genau dieselbe blöde Visage. Brauchst gar nicht so zu grinsen. Das kannst du dir mal abgewöhnen. Du mußt dem doch nicht alles nachmachen. So toll ist der nicht. Wirklich nicht. Aber das ist wahrscheinlich nicht drin, was. Der ist ja dein Gott. Bloß nicht dran kratzen, bloß nicht. Mach doch mal die Augen auf. Guck dir den doch mal an. Ihr seid doch zu dämlich, ihr beide. Du noch zehnmal mehr. Bei dem ist sowieso nichts mehr zu retten. Meinst du, den guckt noch irgendeine an. So wie der aussieht. Ist ja ekelhaft. Hast du dir mal seine Hände angeguckt. Wenn ich nur daran denke, daß der mich damit mal angefaßt hat, dann krieg ich das Kotzen. Ihr steckt doch unter einer Decke. Du könntest noch alles lernen. Du könntest alles werden. Du könntest überall hin. Dir steht alles offen. Bräuchtest nur ein bißchen dafür zu tun. Wenn ich so jung wäre wie du. Was ich alles hätte machen können, wenn ich nicht so dumm gewesen wäre, mich auf deinen Vater einzulassen. Aber ich bin selbst schuld. Jetzt ist es zu spät. Nur du, du könntest alles haben. Aber nee, machst keinen Finger krumm. Hockst immer zu Hause. Siehst aus wie der letzte Mensch. Findest du das etwa schön? Meinst du, so will dich wer haben? Das glaubst aber auch nur du. Man muß was dafür tun. Man kriegt nichts geschenkt. Aber nein, die gnädige Frau ist sich zu schade. Du eingebildete Kuh. Dir sollen wohl alle in den Arsch kriechen, was. Das hättest du wohl gerne. Es sind nicht alle so blöd wie ich. Ich habe keine Wahl. Mir ist sowieso alles egal. Da hast du wohl nichts zu sagen, was. Fällt dir nichts zu ein. Du und dein Vater – ein Bild. Der hatte keine Familie. Der weiß überhaupt nicht, was das ist. Die waren überall. Jeder woanders. In ganz Deutschland verteilt. Die sind vor den Bomben weg. Egal, was mit der Familie wird. Hauptsache weg. Der war immer allein. Ist ganz allein rumgeirrt. Mit fünfzehn. Kein Mensch weiß, wo der sich überall rumgetrieben hat. Der hatte keine Mutter. Die hat sich nie gekümmert. Das ist keine Mutter. Das war der immer scheißegal, was mit ihren Kindern ist. Besonders dein Vater. Den wollte die doch gar nicht. Ein Mädchen wollte die haben. Aber nicht deinen Vater. Das ist keine Mutter. Das kann ich nicht begreifen. Wie die einfach alle wegschicken konnte. Ganz allein. Hauptsache weg hier. Wir waren hier. Die ganze Zeit. Wir waren wenigstens immer alle zusammen. Meine Mutter hat mich nicht im Stich gelassen. Und der? Kein Mensch weiß, was der alles erlebt hat. Deshalb ist der nämlich so. Verstehst du. Kalt wie Eis. Und ohne Gefühl. Der hat kein Gefühl. Der weiß überhaupt nicht, was das ist. Der hat nichts Menschliches. Da weißt du, wo du herkommst. Kriegst du immer noch nicht deine Zähne auseinander. Mach dein Maul auf. Das ist dein Vater. Wer weiß, wo der sich wieder rumtreibt. Andere Männer sind um die Zeit längst zu Hause. Nur dein Herr Vater arbeitet noch. Das glaubst du doch wohl selbst nicht. Das ist doch nicht normal. Das ist doch keine Familie. Andere Männer sind nicht so. Auf die kann man sich verlassen. Ich sehe es doch überall. Die sind immer alle schön zu Hause. Nur dein Vater, der macht was er will. Die Leute reden schon über uns. Die sehen das doch auch. Die denken doch wer weiß was. Und du. Mußt du immer so rumlaufen. Da muß man sich ja schämen für dich. Du bist nicht allein auf der Welt. Später kannst du machen, was du willst. Von mir aus. Wenn dir egal ist, was die Leute von dir denken. Wirst schon sehen, wie weit du damit kommst. Aber hier bist du nicht allein. Hier mußt du Rücksicht nehmen. Schon mal was von gehört? Was glaubst du eigentlich, wer du bist. Die Kaiserin von China? Du wirst dich noch umgucken. Man kann nicht machen, was man will. Laß dir das gesagt sein. Man muß sich anpassen. Hier zeigen die Leute auf mich, wenn du so rumläufst. Auf wen denn sonst. Dein Vater ist doch nie da. Und die Leute haben recht. Jeder normale Mensch denkt so. Hau doch ab. Ich kann dich nicht mehr sehen. Du bist wie dein Vater. Kriegst nie dein Maul auf. Da kann man machen, was man will. Du kotzt mich an. Da brauchst du gar nicht zu heulen. Du alte Ziege. Was willst du eigentlich hier? Geh doch zu deinem Vater, wo du hingehörst. Mach doch, was du willst. Das interessiert ja doch keinen.