7-teilige Reisestaffel
schwerer noch, viel schwerer, als einen anfang zu machen, ist es, ein ende zu setzen – nahezu unmöglich! doch es wird sich finden – alles! – ganz von allein. das sind erfahrungswerte…
wenn es sich wieder zu drehen beginnt, das leben… ganz langsam. die vielen räder überall – auch meine 2! vergangenheit und erinnerung und dazu das noch fremde wort. (auf dem papier?! oder doch im straßenstaub!? im straßengraben!?) unterwegs eben, auf der reise, immer auf dem sprung!
das licht und die angst und die nächte… diese nächte! und die himmel erst!
mit einem mal ist das alles weit entfernt, scheint kaum noch erreichbar. ganz plötzlich ist das so! und was gewesen ist… : das losgehen wie das ankommen, vielleicht, wenn ich glück habe… ist das wirklich so gewesen? alles nur, um dann – letztendlich! – doch wieder fortzugehen… oder zurückzukehren, so nennt man das wohl. habe ich denn eine art heimat!? – einen sinn!?
(ja! ich erinnere mich!) so fragen auch kinder.
irgendwann also ist es dann zeit. wenn das leben anfängt, sich vorsichtig wieder in bewegung zu setzen. (wozu sonst gäbe es eine vergangenheit? warum eine zukunft erfinden?) JETZT!!! das ist die zeit! keine sekunde später, keinen augenblick danach. in diesem moment fahre ich los.
die 2 räder, die mir zueigen sind. das ist alles. 2 räder, die sich unaufhörlich drehen.
und drehen…
und drehen…
bis ich zuhause bin!
und wieder das fahren und schweigen, stundenlang, eine altbekannte angelegenheit. nur diesmal mit rückwärtig ausgerichteten sinnen. kilometer für kilometer, daß es am körper zieht und zerrt – je länger, desto mehr. auch das ist mir vertraut.
(liebe ist das wort.)
heimwärts! – der weg ist vorbestimmt, auf allen karten verzeichnet, er ist immer da. es ist ganz einfach, nachzulesen, einzuüben und mit leichtigkeit zu bewältigen. bis zu 600km am tag sind kein problem, auch wenn es schmerzhaft ist. (mein rücken!) doch es ist machbar, nur darauf kommt es an. und sicher ist es. (das vor allem!)
es gibt kein zurück. nicht einmal auf dem weg zurück. (ein paradaxon! – wer hätte das von mir erwartet?!)
ich fahre also, und fahre und fahre und schweige und schweige und schweige, immerzu. das ist gut so. alles ist gut! schon bald, nach den ersten paar metern, ist es so, wie es sein muß. alles in ordnung! 2 räder, die sich drehen und drehen… aber das hatten wir schon, gleich seitenweise… immerhin, auf die art wird die gleichform spürbar. die dynamik der zeit, der tage und jahre, die vergehen. wie auch die worte…
aber keine musik! niemals musik!!! (das sagte ich auch schon, oder?) und ich will sie doch so sehr…
(wieder)hören!!!
so bin ich getrieben, werde gejagt und hinterrücks verfolgt. der weg zurück ist eine qual. während ich die worte aus dem staub der straßen sammel, die reste, die mir geblieben sind. (immer sind es reste, das weiß kaum einer… daß es nur reste sind! mehr nicht! niemals! – ist das zu fassen?!) das muß eine krankheit sein! daß ich nicht vergessen kann, daß nichts spurlos an mir vorüberzieht. die landschaft, über die ich nicht hinwegzusehen vermag. die menschen, die meinen blick nicht erwidern. und dennoch… die vielen unwichtigen kleinen dinge, sie lassen mich nicht wieder los. flüchtige elemente, die sich in mir festsetzen – ausgerechnet in mir! (nicht so die fakten, die wirklich wichtigen begriffe, die regeln und tabellen, die prüfungsrelevanten details!)
da sind doch andere unterwegs auf den straßen, heimwärts, genau wie ich. menschen, die nicht den staub durchsuchen müssen, auf ihren wegen, nach den eigenen resten fahnden. zwanghaft! menschen, die sich nicht umdrehen nach dem fremden, nach dem, was sie zurücklassen, wenn sie sich wieder in bewegung setzen.
wenn sie losfahren…
und fahren und fahren und fahren. und dabei musik hören. natürlich!
homeward bound.
wenn das andere ich ein du ist… dann sind es mehr als worte, die verloren gehen, die zurückbleiben… im staub der großen straße verweht. (die raserei!) dann ist es mehr als die zeit und so viel mehr als nur raum, den es zu überwinden gilt…
nie ist das leidenschaftspotential größer als im augenblick der heimkehr, der ankunft!? – nein, wiederkunft!!! wenn alles sich unverändert findet – scheinbar! – und nur die möglichkeit bleibt. jederzeit…
menschen sind sehnsüchtige tiere…
sie kommen wieder.