Hemingways Tochter – II. Mann
28. Januar 2009 - 23:12Ich wollte, es gäbe einen Krieg, der meine Probleme lösen würde.*
Am Anfang war der Kampf.
Das Kind, entgegen Mutter und großer Schwester, ein Mann, und wider den Vater wird das Wort gezogen.
Früh übt sich, ein Held.
Ein ferner Krieg, von Herzen gesucht, ist schnell gefunden. Ein fremdes Land, ein falscher Schritt. Zum ersten Mal pulst Blut, auch außerhalb der Bahnen. Verletzt und liebeskrank, auf Monate gebunden. Das Leben ist ein Fest, in diesen frühen Jahren,
Doch alles ist relativ, verlebt sich mit der Zeit, die vergeht.
Ein Mann kann Jäger oder Sammler sein. Streuner und Schwätzer, Heuchler und Streber. Oder aber Schreiber. Auch Bücher sind Trophäen, wie die Köpfe seiner Opfer, an der Wand entlang. Vier Frauen, offiziell, in loser Folge. Viel ist das nicht für einen, der immer unterwegs und niemals zur Ruhe, zur Kraft. Bald schon sind auch ein paar Jungs gezeugt. Prima Jungs, besonders der eine.
Angstfrei ist er, hart im Nehmen, und immer auf der Spur. Er reitet und schießt wie ein Gott. Er säuft wie ein Loch, wie der Vater. Schon als Kind.
Viel ist versprochen, viel zu viel.
Doch dieses Auge, diese Kraft. Der Junge, dieser eine. Sein dunkler Blick ist eine Gabe.
* Ernest Hemingway an James Gamble


